Sentiment USA

Sentiment-Indikatoren können dir helfen, den Markt besser zu verstehen und dich darauf einzustellen. Ein Sentimentindikator zeigt an, wie sehr Anleger gerade von steigenden oder fallenden Notierungen ausgehen. Daran kann man sich beim Handeln orientieren – manchmal allerdings auch durchaus antizyklisch. Denn Sentiment-Indikatoren sind nichts, wonach der Markt sich direkt richtet. Im Gegenteil. Denn sind alle der Meinung, dass es mit den Kursen nur noch weiter nach oben gehen kann, dann tritt mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit genau das Gegenteil ein. Man spricht in solchen Situationen von einem Kontraindikator.

AAII Sentiment Survey (wöchentlich)

Die Stimmungsumfrage zeigt, welcher Anteil der Individualanleger kurzfristig bullish, bearish und neutral sind. Die Einzelpersonen werden auf der AAII-Website befragt. Messungen der Anlegerstimmung wurden in der Vergangenheit oft als Kontraindikatoren verwendet. Auch beim AAII Sentiment Survey ist dieser Ansatz nicht ganz von der Hand zu weisen.

Investors Intelligence Advisor Bull-Bear-Ratio

Auch das Sentiment von Investors Intelligence kann unter bestimmten Voraussetzungen als Kontraindikator betrachtet werden. Die Urheber selbst halten 45% Bullen, 35% Bären und 20% Neutrale für die Norm. Bei extremen Werten heißt es Vorsicht.

NAAIM Exposure Index

Dieser Index ist ein weiterer Kontraindikator. NAAIM ist eine Vereinigung von Unternehmen, die sich auf die Verwaltung von aktiven Anlagestrategien in den Vereinigten Staaten spezialisiert haben. Diese müssen jede Woche ihr Engagement auf dem Aktienmarkt melden. Schießt der NAIM Index auf extrem hohe Werte, so könnte das als übertriebener Optimismus zu verstehen sein – und umgekehrt.

ISEE Sentiment Indicator

Dieser Indikator beleuchtet ausschließlich Long- und Short-Positionen individueller Anleger (ohne Institutionelle). Abgelesen wird das Sentiment an der Relation der Optionen an der internationalen Börse ISE. Liegt der Wert über 100, dann gibt es mehr Bullen als Bären, und umgekehrt.

Universität Michigan: Consumer Sentiment Index

Dieser Index des Verbrauchervertrauens wird monatlich aktualisiert. Er ist so ausgelegt, dass er im Dezember 1966 einen Wert von 100 hat. Monatlich werden mindestens 500 Telefoninterviews geführt, um diesen Index zu ermitteln. In diesen werden 50 Kernfragen gestellt.

Wahrscheinlichkeit für eine Rezession in den USA – FED of New York

Die USA ist gemessen nach dem nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP), die größte Volkswirtschaft der Welt. Folglich gibt der Gesundheitszustand der amerikanischen Wirtschaft eine Indikation auf den Rest der Welt. Frei nach dem Motto: „Wenn die USA hustet, bekommt die Welt eine Grippe“.

Mit Hilfe des von der New Yorker Zentralbank entwickeltem Wahrscheinlichkeitsmodell, kann die Rezessions-Wahrscheinlichkeit in den USA gemessen werden.Ein abrupter Anstieg der Wahrscheinlichkeit führt tendenziell zu panischen Marktbewegungen und geht auch mit einer erhöhten Volatilität einher. Wohingegen ein stetiger Rückgang tendenziell bullisch ist.

Seit den 2000er-Jahren können wir drei sehr starke Anstiege beobachten. Im Jahr 2000 führte die Dotcom-Blase zu erheblichen Vermögensverlusten und erhöhte die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession. Ebenfalls trug die Finanzkrise von 2008 und die Coronakrise in 2020 zu einem signifikanten Anstieg der Wahrscheinlichkeit und damit zu erheblichen Kursrückgängen an den Finanzmärkten weltweit.  

Globaler Unsicherheitsindex – (GEPU-Index)

Der globaler Unsicherheitsindex kurz: GEPU-Index, ist ein BIP-gewichteter Durchschnitt. Dieser ermittelt sich wiederum aus  16 nationalen Unsicherheitsindizes. Die 16 ausgewählten Länder machen die zwei Drittel der weltweiten Produktion aus. Der GEPU-Index misst die Stimmung durch die Beobachtung der Medien in den Bereichen: Wirtschaft, Steuern, Unsicherheit und Politik.   

Seit der Jahrtausendwende führten insbesondere folgende Ereignisse zu einem signifikanten Anstieg der globalen Unsicherheit:  

  • Terroranschläge vom 11. September (2001)
  • Dritter Golfkrieg – Invasion im Irak (2003)
  • Finanzkrise (2008)
  • Europäische Einwanderungskrise (2015)
  • Brexit-Referendum (2016)
  • Coronakrise (2020)

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