Makroökonomische Daten: USA

Um die aktuelle Situation einer der größten Volkswirtschaften weltweit treffsicher beschreiben zu bringen, bedarf es einer ganzen Reihe von volkswirtschaftlichen Indikatoren. Alle Akteure, die Interesse an einer weiteren positiven Entwicklung der Wirtschaft in den USA haben, benötigen derartige Messgrößen, um sich schnell ein Bild von der wirtschaftlichen Situation machen zu können, das dennoch fundiert ist.

Daher existieren für die USA – genau wie für Deutschland – eine ganze Reihe makroökonomischer Kennzahlen, die, gemeinsam betrachtet, sehr hilfreich für deine Anlageentscheidungen sein können. Auf dieser Seite erkläre ich dir, was die einzelnen volkswirtschaftlichen Indikatoren für die US-Wirtschaft bedeuten und wie du sie interpretieren kannst.

Zudem halte ich die volkswirtschaftlichen Indikatoren auf dem jeweils neuesten Stand, damit du immer aktuell informiert bist. Lass es mich wissen, wenn du Fragen oder Anregungen hast!

Welche Arten volkswirtschaftlicher Indikatoren gibt es für die USA?

„Leading Indicators“ sind Frühindikatoren, die bei der Steuerung der Konjunkturpolitik helfen können. Sie ermöglichen es, frühzeitig Trends zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen, die ein weiteres Wirtschaftswachstum ermöglichen. „Roughly coincident indicators“ dagegen sind Messgrößen, die Wendepunkte markieren. „Lagging indicators“ schließlich treten erst mit einer Verzögerung auf, nachdem sich bereits eine Trendwende ergeben hat. Ebenfalls unterschieden wird zwischen Einzelindikatoren und Gesamtindikatoren.

Beschäftigungsänderung (ADP, monatlich)

Monatlich veröffentlicht das Unternehmen Automatic Data Processing (ADP) die Zahl der Beschäftigten in den USA. Nicht enthalten sind in diesem Index die Beschäftigten in der Landwirtschaft. Mehr als 400.000 Unternehmen mit rund 25 Mio. Beschäftigten tragen zum ADP-Index bei. Der Index erscheint in der Regel vor dem offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung und nimmt diesen sozusagen ein Stück weit vorweg. Übertrifft er die Erwartungen (mehr Beschäftigte als von den Analysten antizipiert), so trägt das zu einem steigenden US-Dollar-Kurs bei – und umgekehrt.

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (wöchentlich)

Die Zahl gibt Auskunft darüber, wie viele Menschen ihren Job verloren haben. Das ist ein Indikator für den Arbeitsmarkt, der zuverlässig und aktuell ist und daher großen Einfluss auf die Märkte hat. Ist die Zahl höher als erwartet, so geht es mit dem US-Dollar eher abwärts.

Beschäftigungsänderung (NFP)

Die „Non-Farm-Payrolls“ (NFP) ist eine Kennziffer, die angibt, wie viele Beschäftigte es außerhalb der Landwirtschaft in den USA gibt. Der Indikator wird vom US-Arbeitsministerium jeweils am ersten Freitag im Monat veröffentlicht. Gibt es mehr Beschäftigte, als die Analysten erwartet haben, trägt das tendenziell zu einem höheren Kurs des US-Dollar bei.

Arbeitslosenquote

Prozentualer Anteil der Arbeitslosen an der US-Bevölkerung. Steigt die Arbeitslosenquote, dann deutet das auf sinkende Konsumausgaben in den USA hin. Übertrifft die Arbeitslosenquote die Erwartungen der Analysten, dann geht der USD eher in den Sinkflug über.

JOLTs-Stellenangebote (monatlich)

Der Bericht über offene Stellen in Handel, Industrie und Bürojobs beruht auf einer Stichprobe. Rund 16.000 Unternehmen tragen dazu bei. Die meisten Sektoren sind vertreten. Die Zahl berücksichtigt alle Stellen, die am letzten Werktag eines Monats noch offen sind. JOLT steht für Job Openings and Labor Turnover Survey. Es handelt sich also um eine Umfrage. Befragt werden Arbeitgeber, die im Fragebogen angeben, welche Stellen offen sind und wie viele Personen eingestellt und entlassen wurden. Übertrifft die Anzahl der offenen Stellen die Erwartungen der Analysten, so steigt tendenziell der US-Dollar.

Verbraucherpreisindex (VPI, monatlich)

Der Verbraucherpreisindex (Kernrate) misst, inwiefern sich das Preisniveau bestimmter Waren und Dienstleistungen, die von US-Haushalten typischerweise erworben werden, verändert hat. Nicht berücksichtigt werden bei dieser Kennzahl die Ausgaben der Haushalte für Energie und Lebensmittel. Mithilfe des VPI lassen sich die Inflationstendenzen in den USA beobachten. Der Index hat eine sehr hohe Relevanz und wird sowohl von der Zentralbank der USA als auch von den Marktteilnehmern sehr aufmerksam beobachtet. Übertrifft der Verbraucherpreisindex die Annahmen der Marktexperten, steigt oft der US-Dollar (USD).

Philly-FED-Herstellungsindex

Der Index beschreibt die Lage im produzierenden Gewerbe des US-Bundesstaats Philadelphia und wird von der Philadelphia Fed erhoben. Liegt er über 0, so liegt eine positive Entwicklung im Vergleich zum Vormonat vor. Die Daten basieren auf Angaben von 200 Unternehmen. Marktteilnehmer betrachten den Philly als frühen Indikator für den Einkaufsmanagerindex ISM. Übertrifft der Philly-FED-Herstellungsindex die Analystenerwartungen, so steigt oft der US-Dollar – und umgekehrt.

ISM-Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe (monatlich, EMI)

Vom Institut für Angebotsmanagement (ISM) beobachtet werden die Herstellungsaktivitäten. Der Index gilt als sehr marktrelevant und wird stark beachtet. Liegt er unter 50, so zeigt das eine abnehmende Aktivität und damit, wenn das mehrere Monate in Folge so bleibt, tendenziell eine Rezession an. Werte über 50 zeigen Wirtschaftswachstum. Dieser Index gilt als Frühwarnindikator in Sachen Rezession. Übertrifft der Index die Erwartungen der Analysten, so legt das tendenziell eher Longpositionen im US-Dollar nahe.

ISM-Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (EMI, monatlich)

Dieser Index zeigt, wie es um den US-amerikanische Dienstleistungssektor steht. Er wird vom Institute for Supply Management erhoben und beinhaltet Tendenzen zur Preisentwicklung bei Dienstleistungen. Darüber hinaus beinhaltet er die Entwicklung bei der Auftrags-, Beschäftigungs- und generell Geschäftssituation im Dienstleistungsbereich. Einkaufsmanager und Firmenleiter aus einer Vielzahl an Branchen werden zur Erhebung des Index befragt. Werte über 50 stehen für einen Anstieg. Übertreffen die gemeldeten die Zahlen die Erwartungen der Analysten, kann das Anlass für eine positive Tendenz beim US-Dollar sein.

US-Einzelhandelsumsätze (monatlich)

Der Indikator beschreibt die Erlöse der Einzelhändler in den USA. Er basiert auf einer Befragung von Einzel- und Autohändlern, die stichprobenartig erfolgt. Steigen die Einzelhandelsumsätze, so heißt das: Die Wirtschaft brummt. Übertrifft der Index die Analystenerwartungen, so sind beim US-Dollar tendenziell die Bullen am Drücker – und umgekehrt.

Baugenehmigungen (monatlich)

Wie oft hat die US-Regierung Bauunternehmern im zurückliegenden Monat schriftlich grünes Licht zum Baubeginn gegeben? Diese Anzahl spiegelt sich im entsprechenden Indikator. Der Wert gilt als frühes Anzeichen für den Wohnungsmarkt in den USA. Übertreffen die erteilten Baugenehmigungen die Erwartungen der Analysten, dann bedeutet das für den US-Dollar (USD) von der Tendenz her eher einen Impuls nach oben.

Verkäufe bestehender Häuser (monatlich)

Wie viele bereits vorhandene Eigenheime sind im zurückliegenden Monat in den Vereinigten Staaten verkauft worden? Das beantwortet dieser Indikator. Ein Anstieg deutet darauf hin, dass die Verbraucher mehr ausgeben. Übertrifft der Indikator die Analysten-Erwartungen, dann ist das ein positives Signal für US-Dollar-Bullen.

Verkäufe neuer Häuser (monatlich)

Diese Kennzahl gilt als noch wichtiger als die Verkäufe bestehender Häuser. Die Marktteilnehmer betrachten den Wert als wichtigen Indikator für die Konsumfreudigkeit der Verbraucher. Denn werden mehr neue Einfamilienhäuser verkauft, dann spricht das dafür, dass die Verbraucher mehr Vertrauen haben. Rauscht die Kennzahl in die Tiefe, dann heißt das, dass die Verbraucher dunkle Wolken am Horizont sehen und vorsichtiger werden. Fällt der Wert höher aus als erwartet, dann ist das bullisch für den USD zu werten.

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